33 Buchstaben auf einen Blick
Das russische Alphabet besteht aus 33 Buchstaben: zehn Vokalbuchstaben, 21 Konsonantenbuchstaben und den beiden Zeichen ь und ъ. Diese beiden Zeichen haben keinen eigenen Vokalklang. Sie beeinflussen, wie benachbarte Laute gesprochen oder voneinander getrennt werden. Die Tabelle zeigt die alphabetische Reihenfolge, nicht die Anordnung auf einer Tastatur.
Lesen Sie die Aussprachehinweise als Annäherung. Deutsche Vergleichswörter können nicht jeden russischen Laut genau wiedergeben. Außerdem klingt ein Buchstabe je nach Betonung und Umgebung unterschiedlich. Ein unbetontes о wird beispielsweise häufig nicht wie ein deutliches deutsches o ausgesprochen. Die Buchstabennamen in der Tabelle dienen zum Buchstabieren; sie sind nicht immer mit dem Laut im Wort identisch.
Mit vertrauten Formen beginnen
А, К, М, О und Т sind ein guter Einstieg. Ihre gedruckten Formen erinnern an lateinische Buchstaben, und die zugehörigen Laute sind für Deutschsprachige vergleichsweise leicht einzuordnen. Mit мама, also „Mama“, lässt sich sofort ein erstes Wort lesen. Achten Sie trotzdem auf die Betonung: Die Lautwerte russischer Vokale sind nicht in jeder Position gleich.
Danach lohnt sich eine kleine Gruppe von Zeichen, deren Aussehen in die Irre führen kann. В ist kein deutsches b, sondern klingt ungefähr wie w. Н entspricht n, Р einem r und С einem stimmlosen s. У steht für u, Х erinnert an den ch-Laut in „Bach“. Wer diese Unterschiede früh übt, vermeidet viele typische Lesefehler.
Neue Formen in kleinen Gruppen lernen
Üben Sie anschließend Д, Ж, З, И, Л und Ф. Schreiben Sie jeweils eine Groß- und eine Kleinform nebeneinander und lesen Sie ein kurzes Beispiel. Das Ziel ist zunächst, ein Zeichen sicher wiederzuerkennen. Eine ganze Tabelle auswendig aufzusagen ist weniger hilfreich, wenn einzelne Buchstaben in Wörtern noch verwechselt werden.
Ein möglicher Übungsweg: Wählen Sie fünf Buchstaben aus, tippen Sie sie mit der russischen Tastatur ab und mischen Sie ihre Reihenfolge. Prüfen Sie erst danach die Namen in der Tabelle. Sobald die Gruppe sicher sitzt, ergänzen Sie weitere Zeichen. Über die Kopierübersicht können Sie sich auch eine eigene kleine Lernliste zusammenstellen.
Weiche und harte Konsonanten
Viele russische Konsonanten treten als harte oder weiche Variante auf. „Weich“ bezeichnet hier eine zusätzliche Annäherung der Zunge an den harten Gaumen. Es bedeutet nicht einfach, dass der Laut leiser gesprochen wird. Ein folgendes ь kann die Weichheit anzeigen, etwa am Ende von день, „Tag“. Das Zeichen wird nicht als eigener Vokal gesprochen.
Е, Ё, Ю und Я können am Wortanfang ungefähr mit einem j-Laut beginnen. Nach vielen Konsonanten zeigen sie dagegen die Weichheit des vorausgehenden Konsonanten an. Deshalb ist eine pauschale Aussprache wie „je“ für jedes е im Wort nicht richtig. Das Härtezeichen ъ wirkt in bestimmten Schreibungen als Trennzeichen, zum Beispiel in подъезд. Es hat ebenfalls keinen eigenen Laut.
Ё, Й und Ы unterscheiden
Ё ist ein eigener Buchstabe mit zwei Punkten. In vielen russischen Alltagstexten werden die Punkte weggelassen und stattdessen е geschrieben. Für Lernmaterial, Namen und eindeutige Beispiele sollten Sie ё bewusst beachten. Й ist dagegen ein kurzer j-artiger Laut, wie am Ende von мой. Das Zeichen ist weder ein gewöhnliches и noch ein Akzent auf einem beliebigen Vokal.
Ы hat im Deutschen keine genaue Entsprechung. Eine Umschrift mit y erklärt noch nicht, wie der Laut gebildet wird. Hören Sie sich dazu bei Gelegenheit Aufnahmen von Muttersprachlern an. Unsere Hinweise unterstützen das Erkennen und Tippen der Schrift; sie ersetzen kein Aussprachetraining.
Druckschrift ist nicht Handschrift
Die Übersicht zeigt aufrechte Druckbuchstaben. In russischer Schreibschrift und in manchen kursiven Schriften ändern sich mehrere Formen deutlich; ein kleines т kann beispielsweise an ein lateinisches m erinnern. Das ist kein anderes Alphabet. Wenn Ihnen ein Zeichen in einer handschriftlichen Notiz unbekannt vorkommt, vergleichen Sie deshalb nicht nur die Lautwerte, sondern auch die Schriftart.
Nach dem Alphabet können Sie mit den russischen Grundzahlen üben: Kurze, häufige Wörter machen den Einstieg ins Lesen überschaubar.